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Reisebericht Finnisches Schärenmeer mit den NORDSCHWESTERN

vor 5 Tagen
8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Acht Tage finnisches Schärenmeer zwischen Inseln, Wald und Meer.


Es gibt Landschaften, die man nicht einfach besucht. Man muss sich langsam in sie hineinbewegen. Das finnische Schärenmeer ist so eine Landschaft. Von Turku aus geht es hinaus auf immer kleinere Straßen, über Brücken, vorbei an Wasser, Wäldern und Felsen. Dann kommt die Lossi – die kleine elektrische Fähre, die uns hinüber auf die Insel Vartsala bringt. Und während das Festland langsam hinter uns zurückbleibt, beginnt etwas, das ich „Inselzeit“ nenne.

Im August 2026 habe ich zwei Gruppen von Frauen durch diese besondere Welt rund um Kustavi begleitet. Acht Tage lang waren wir gemeinsam unterwegs: mit dem Fahrrad, mit dem Boot und zu Fuß. Wir haben eine Festungsinsel im Nationalpark Bottnische See entdeckt, sind durch den Inselwald gewandert, haben Turku erkundet, Zimtschnecken gebacken, Beeren gepflückt, im WildSPA sauniert und uns auf den nördlichen Åland-Inseln bis auf einen Aussichtsturm vorgewagt.

Aber eigentlich erzählt diese Reise noch etwas anderes.

Davon, wie schnell aus einer Gruppe unbekannter Frauen eine Gemeinschaft werden kann, wenn man gemeinsam unterwegs ist.


Bootshäuser auf Jurmo

Das finnische Schärenmeer - eine maritime Landschaft aus Wasser, Felsen, Wald und nordischer Kultur.


Willkommen auf Vartsala


Koffer bei der Ankunft auf der Kalliokumpu Eco Lodge.

Ich hole die Frauen in Turku mit dem Auto ab.

Von dort fahren wir gemeinsam Richtung Kustavi. Für die meisten beginnt schon auf dieser Fahrt der erste Perspektivwechsel: Die Stadt bleibt hinter uns, die Straßen werden kleiner und das Wasser taucht immer häufiger zwischen den Bäumen auf.

Dann erreichen wir die Lossi.

Die kleine elektrische Fähre bringt uns hinüber nach Vartsala. Ein kurzer Moment auf dem Wasser – und plötzlich sind wir auf unserer Insel. Finnisches Schärenmeer pur!

Unser Zuhause für die nächsten Tage ist die Kalliokumpu Eco Lodge, mitten im Kiefernwald zwischen Felsen und Meer.

Nach der Ankunft ist zunächst Zeit, anzukommen, die Unterkünfte zu beziehen und sich umzuschauen. Die Fahrräder, die uns während der Woche zur Verfügung stehen, warten bereits. Am Abend treffen wir uns zum ersten gemeinsamen Essen. Ein Lagerfeuer-Dinner. Feuer, Wald, gutes Essen und die ersten Gespräche. Noch lernen wir uns kennen. Woher kommen die anderen? Was hat sie hierhergeführt? Was erwarten sie von dieser Woche? Ich finde diesen ersten Abend immer besonders spannend. Denn zu diesem Zeitpunkt weiß noch niemand, wie sich die Gruppe entwickeln wird. Noch sind wir einzelne Frauen, die gemeinsam eine Reise begonnen haben.


Auf der Kalliokumpu Eco Lodge wohnen wir naturnah mitten im Inselwald.


Mit dem Fahrrad durch Kustavi

Am zweiten Morgen steigen wir auf die Fahrräder. Jetzt lernen wir Kustavi aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Das Fahrrad ist für mich eines der schönsten Verkehrsmittel im Schärengarten: langsam genug, um die Umgebung wahrzunehmen, aber schnell genug, um an diesem Tag einiges zu entdecken. Wir fahren nach Savipaja, einem kleinen Kunst- und Handwerkerhof.

Unterwegs erleben wir allerdings genau das, was auf einer solchen Reise passieren darf: Es läuft nicht immer alles nach Plan. Ausgerechnet ich habe einen Platten.

Zuerst ist das natürlich eher eine kleine Katastrophe als ein Programmpunkt.

Aber dann stehen wir gemeinsam am Straßenrand. Werkzeug wird herausgeholt, der Reifen untersucht und gemeinsam repariert. Eine hält, eine schaut, eine probiert, eine gibt einen guten Tipp – und irgendwann ist das Problem gelöst. Wir können weiterfahren.

Und rückblickend denke ich: Dieser Platten war vielleicht gar nicht so schlecht.

Denn plötzlich stehen wir nicht mehr als einzelne Reisende nebeneinander, sondern als kleines Team. Wir tüfteln gemeinsam, lachen und helfen uns.

Als wir schließlich wieder auf unseren Fahrrädern sitzen, fühlt sich die Gruppe schon ein wenig anders an. Unser Ziel wartet noch auf uns – und dort wartet auch ein finnischer Klassiker auf uns: eine köstliche Lachssuppe. Nach unserer kleinen Reparaturaktion schmeckt sie gleich doppelt gut.

Wir sitzen zusammen, essen, erzählen und lassen die Fahrradtour noch einmal Revue passieren.


Reifenflicken auf der Fahrradtour.

Nach dem Flicken des Fahrradreifens radeln wir gutgelaunt unserem Ziel entgegen.


Mit dem Boot nach Katanpää

Am dritten Tag wird das Fahrrad gegen das Boot getauscht. Unser Ziel ist Katanpää, eine ehemalige Festungsinsel im Nationalpark Bottnische See. Katanpää ist nur mit dem Boot erreichbar – und genau das macht bereits die Anfahrt zu einem Teil des Erlebnisses. Wir fahren hinaus durch den Schärengarten und passieren dabei ein wunderschönes und ökologisch wichtiges Vogelschutzgebiet.

Die Landschaft verändert sich mit jedem Kilometer. Wasserflächen öffnen sich, Inseln ziehen an uns vorbei und immer wieder entdecken wir Vögel auf den Felsen und am Ufer. Ich mag diese Fahrt besonders, weil man dabei versteht, dass der Schärengarten nicht einfach eine Ansammlung schöner Inseln ist. Es ist ein empfindlicher Lebensraum, in dem Meer, Felsen, Wald und unzählige Inseln miteinander verbunden sind. Dann kommt Katanpää in Sicht. Wir gehen an Land und folgen dem Naturpfad über die Insel. Zwischen Wald und Felsen tauchen immer wieder Spuren ihrer Geschichte auf. Kleine Ausstellungen erzählen von der Vergangenheit des Ortes. Und dann gibt es da noch dieses kleine Inselcafé. Nach unserer Wanderung ist es genau der richtige Ort für eine Pause. Kaffee, etwas Süßes, Gespräche – und natürlich wieder der Blick hinaus aufs Meer. Ich liebe Katanpää gerade deshalb: Man muss sich diese Insel vom Wasser aus erschließen. Es gibt keinen schnellen Weg dorthin.


Unterwegs mit dem Boot zum Nationalpark Bottnische See.

Mit dem Boot geht es zum Nationalpark Bottnische See und mitten hinein in das größte Archipel der Welt!


Der Inselwald erzählt seine eigene Geschichte

Am vierten Tag bleiben wir auf Vartsala und tauchen noch tiefer in die Natur ein.

Diesmal sind wir nicht einfach nur unterwegs, sondern haben einen Naturguide dabei.

Und plötzlich wird aus einem Waldspaziergang eine kleine Entdeckungsreise.

Wir können Fragen stellen: Warum wachsen die Kiefern hier so, wie sie wachsen? Wie entstehen die Moore? Welche Pflanzen finden wir zwischen den Felsen? Was macht die Schärenlandschaft ökologisch so besonders? Und welche Tiere leben eigentlich in diesem Lebensraum?

Unser Guide führt uns durch Wald, Moore und Felslandschaften und erklärt, was wir sonst vielleicht einfach übersehen hätten. Das gefällt mir besonders. Denn wenn man weiß, worauf man achten kann, verändert sich der Blick. Ein unscheinbarer Fleck am Boden wird plötzlich interessant. Man erkennt Zusammenhänge zwischen Wasser, Boden, Pflanzen und Wald. Man versteht, warum die Landschaft hier so aussieht, wie sie aussieht. Und natürlich bleibt trotzdem genügend Zeit, einfach zu genießen. Zwischen den Erklärungen stehen wir auf den Felsen, schauen über die Insel, machen Picknick und lassen den Blick in die Kronen der Inselkiefern wandern. Ich denke an diesem Tag wieder einmal darüber nach, wie viel Wissen eigentlich in einer Landschaft steckt. Man muss nur jemanden dabeihaben, der es sichtbar macht.


Auf unseren Entdeckungen begegnen wir der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.


Turku aus meiner Perspektive

Nach mehreren Tagen zwischen Inseln, Wald und Wasser geht es am fünften Tag nach Turku. Man nennt es auch "Das Tor zum Finnischen Schärenmeer", dem Turku Archipelago.

Diesmal bin ich selbst die Stadtführerin. Ich zeige den Frauen meine Stadt und erzähle ihnen von ihrer Geschichte, ihren besonderen Orten und davon, wie eng Turku mit dem Schärengarten verbunden ist. Für mich gehört dieser Tag zur Reise dazu. Denn wer die Inselwelt verstehen möchte, sollte auch ihren Ausgangspunkt kennenlernen. Turku ist eine Stadt, aber das Meer ist nie weit weg. Und gleichzeitig ist es schön, nach mehreren Tagen draußen wieder durch Straßen zu gehen, Architektur zu betrachten, in ein Café einzukehren und ein bisschen Stadtluft zu schnuppern.

Am Nachmittag fahren wir zurück nach Vartsala. Und erstaunlicherweise fühlt sich die Rückkehr nach Kalliokumpu inzwischen ein bisschen an, wie „nach Hause kommen“.


Korvapuusti, Beeren und WildSPA

Preisselbeeren sammeln.

Der sechste Tag beginnt mit einem Duft, der eigentlich gar nicht mehr finnischer sein könnte: Zimt und Kardamom!

Wir lernen, Korvapuusti, die typisch finnischen Zimtschnecken, zu backen. Teig ausrollen, gehen lassen, Zimt, Zucker und Kardamom darauf verteilen, formen, backen. Und natürlich darf anschließend probiert werden. Köstlich!

Doch an diesem Tag haben die Frauen noch eine weitere Idee. Sie möchten unbedingt selbst in den Wald und Blaubeeren und Preiselbeeren pflücken. Also machen wir uns auf den Weg.

Mit Körben und Behältern geht es hinaus zwischen die Kiefern. Und plötzlich wird aus einem Programmpunkt ein kleines Sammelabenteuer. Wer findet die nächste gute Stelle? Wo sind die Blaubeeren? Und wo verstecken sich die Preiselbeeren? Am Ende kommt tatsächlich einiges zusammen. Und so entsteht neben den selbst gebackenen Zimtschnecken noch ein Souvenir dieser Reise: für jede Frau ein Glas selbstgemachte Beerenmarmelade als Mitbringsel für zu Hause. Ich finde das wunderschön. Denn später, wenn die Reise längst vorbei ist, steht dieses kleine Glas vielleicht in einer Küche irgendwo in Deutschland – und erinnert an einen Wald auf Vartsala. Einige der Teilnehmerinnen haben mir nach ihrer Rückreise geschrieben, dass sie es sogar geschafft haben, ihr Marmeladenglas im Handgepäck durch die Gepäckkontrolle zu schleusen :-)

Am Nachmittag wartet dann das WildSPA. Sauna, Wärme, Wasser und Wald. Nach dem Beerenpflücken tut die Wärme besonders gut. Wir lassen den Tag langsam ausklingen, sitzen im Hot Tub, genießen die Ruhe der Sauna und peitschen uns gegenseitig ab mit frischen Birkenzweigen. Kein großer Programmpunkt mehr. Nur Wärme, Wald und Zeit.


Eine Frau enzspannt im Waldspa.

Entspannung im WildSPA mit Blick in den Inselwald.


Das Insellabyrinth der Åland-Inseln

Am siebten Tag geht es noch einmal hinaus. Unser Ziel sind die nördlichen Åland-Inseln.

Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Wir betreten die Ms Ådan, eine größeres Fährschiff, das uns übersetzt auf die benachbarten nördlichen Ålandinseln. Immer wieder verändern sich die Inseln, die vor uns auftauchen. Mal dicht bewaldet, mal felsig und offen, dann wieder kleine Häuser und Boote am Ufer.

Auf Jurmo gehen wir an Land und machen uns zu Fuß auf den Weg. Unser Ziel ist der Naturaussichtsturm. Der Aufstieg lohnt sich. Oben angekommen öffnet sich vor uns ein Blick, der die ganze Idee dieser Reise noch einmal sichtbar macht. Unter uns liegt das Insellabyrinth.

Wasser und Land greifen ineinander. Inseln liegen neben Inseln, dazwischen schmale Wasserwege. Von hier oben sieht man erst richtig, wie groß und gleichzeitig wie fein verzweigt diese Landschaft ist. Wir stehen eine Weile dort oben. Ich schaue in die Weite und denke, dass man den Schärengarten von hier oben vielleicht am besten versteht. Unten auf dem Wasser verlieren sich die einzelnen Inseln fast ineinander. Und doch hat jede ihren eigenen Charakter.


Bootshäuser auf der Inseln Jurmo.

Ganzjährig besiedeln nur etwa 20 Menschen die kleine Insel Jurmo am Rande der nördlichen Åland-Inseln.


Abschied von der Inselzeit

Und dann ist die Woche plötzlich vorbei. Die Taschen werden gepackt und wir machen uns gemeinsam auf den Weg zurück nach Turku.

Was bleibt? Vor allem das Gefühl, in diesen acht Tagen wirklich eingetaucht zu sein – in die Landschaft, in das finnische Leben und in eine Gemeinschaft von Frauen, die sich zu Beginn noch kaum kannten.

Vielleicht war es gerade der platte Reifen, bei dem wir gemeinsam am Straßenrand standen und improvisierten. Vielleicht der Blick vom Aussichtsturm über das Insellabyrinth oder ein Abend in der Sauna. Es sind oft nicht die großen Programmpunkte, die eine Reise ausmachen, sondern die Momente dazwischen.

Und genau diese Momente haben unsere Inselzeit so besonders gemacht.

Wir sind auf Vartsala angekommen, um gemeinsam eine Woche zu erleben – und fahren mit gemeinsamen Erinnerungen wieder nach Hause.


"Im Rahmen einer einwöchigen Frauen-Gruppenreise durfte ich die tolle Unterkunft in Kustavi kennenlernen und bin wirklich begeistert. Von Anfang an habe ich mich unglaublich herzlich willkommen und rundum wohlgefühlt. Die Zelte, die wunderschöne Umgebung und vor allem die liebevolle Betreuung haben diese Woche zu etwas ganz Besonderem gemacht.J eden Tag wurde frisch gekocht und das Essen war einfach super lecker! Auch die Ausflüge waren wunderschön und mit so viel Liebe organisiert. Man hat wirklich gespürt, dass hier an alles gedacht wird. Egal, welches Anliegen oder welcher Wunsch aufkam, es wurde sich gekümmert und für alles eine Lösung gefunden. Dieser herzliche Aufenthalt und die vielen schönen Erlebnisse werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ein ganz großes Dankeschön für diese besondere Woche! Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen und hoffe sehr, dass meine nächste Reise mit Rebecca mich Richtung Lappland führt - Absolute Herzensempfehlung!" Eine Teilnehmerin der NORDSCHWESTERN – INSELZEIT Reise 2026

Gut zu wissen


NORDSCHWESTERN INSELZEIT 2027

Auch im nächsten Sommer nehme ich wieder Frauen mit hinaus in den finnischen Schärengarten.

Wir wohnen auf Vartsala in der Kalliokumpu Eco Lodge, erkunden Kustavi mit dem Fahrrad, fahren hinaus nach Katanpää und zu den Åland-Inseln, wandern durch den Inselwald, entdecken Turku, backen finnische Zimtschnecken und genießen Sauna und WildSPA.

Eine Woche voller Meer, Wald, Inseln, finnischer Lebensart – und Zeit füreinander.

Vielleicht beginnt deine nächste Reise genau dort, wo das Festland langsam hinter dir verschwindet und die Lossi nach Vartsala ablegt. weiter zur Schärenmeer Frauenreise ->





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