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Reisebericht Lappland: Herbstwandern mit den NORDSCHWESTERN

vor 6 Tagen
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Es gibt einen Moment, kurz nach der Landung in Rovaniemi, in dem ich jedes Mal spüre: Jetzt beginnt sie wieder, diese ganz eigene Magie des lappländischen Herbstes. Die Luft ist klarer, kühler, riecht nach Moos und nassem Laub. Genau diesen Moment durfte ich Ende August 2026 mit vier wundervollen Frauen beim Herbstwandern in Lappland teilen, die sich für unsere NORDSCHWESTERN – RUSKA & NORDLICHT Wanderreise angemeldet hatten. Acht Tage lang haben wir den Pyhä-Luosto Nationalpark in seinen buntesten Wochen des Jahres durchwandert, haben uns von Rentieren beschnüffeln lassen, Amethyste aus der Erde geholt, Blaubeeren direkt vom Strauch genascht und jeden Abend die Sauna angeheizt. Wenn du dich fragst, wie es sich anfühlt, eine Woche wie diese zu erleben, nimm dir einen Tee und lies weiter – vielleicht bist du beim nächsten Mal selbst dabei.


Eine Rentierbegegnung, die man niemehr vergisst.

Eine Begegnung, die man niemehr vergisst.


RUSKA & NORDLICHT

"Vier Frauen, vier Koffer, vier Geschichten – und ich mittendrin, mit brennender Vorfreude auf das, was vor uns liegt."

Rebecca Lang am Flughafen Rovaniemi

Abholung vom Flughafen Rovaniemi

Am Flughafen Rovaniemi hole ich die Gruppe ab, und schon auf den ersten Kilometern Richtung Luosto merke ich: Das wird eine besondere Woche. Es wird viel gelacht im Van, während links und rechts der Straße die ersten roten Birken vorbeiziehen und die Dämmerung schon früher einsetzt als im Sommer – ein leises Versprechen auf dunkle, sternenklare Nächte, die uns noch bevorstehen. Nach rund zwei Stunden Fahrt durch immer stiller werdende Wälder erreichen wir Luosto, mitten im Nationalpark gelegen. Keine Ablenkung, nur Wald,´und Fjell, so weit das Auge reicht.





Freudige Erwartung der Nordschwestern in Rovaniemi


Ankommen in Luosto & Ukko-Luosto Fjell

In unserer Blockhütte, mit eigener Sauna und einem knisternden Kaminofen, kommen wir am ersten Abend richtig an. Am nächsten Morgen erkunden wir das kleine Dorf zu Fuß – den Laden, den Treffpunkt der zutraulichen Rentiere direkt zwischen den Häusern, und dann geht es bergauf. Der Aufstieg auf den Ukko-Luosto Fjell fühlt sich an, als würde man Schicht für Schicht dem Alltag entkommen. Oben, bei der alten Wetterstation mit ihrer runden Kuppel, bleibt uns für einen Moment die Sprache weg: Die Tundra liegt vor uns wie ein Flickenteppich aus Feuerrot, sattem Gold und tiefem Grün, so weit der Blick reicht, bis zum Horizont, wo sich Fjäll an Fjäll reiht. Genau hier oben, sage ich der Gruppe, werden wir in den kommenden Nächten immer wieder hinaufschauen, wenn der Himmel sich öffnet.


Wandern in Lappland

Ruska pur:

Durch die tiefste Schlucht Finnlands

Am dritten Tag zeigt sich Lappland von seiner dramatischsten Seite. Im Nationalparkhaus Naava tauchen wir erst kurz ein in die Geschichte dieser Landschaft, bevor wir selbst mittendrin stehen: Wir klettern hinauf auf den Noitatunturi, den einsamen Berg der Schamanen am Ende der Fjellkette, und oben, am windzerzausten Gipfelschild, entsteht unser erstes richtiges Gruppenfoto – vier strahlende, vom Wind gerötete Gesichter vor einem Meer aus Ruska-Farben. Danach steigen wir hinab in die Isokuru-Schlucht, Finnlands tiefste, mit Felswänden, die steil und moosbewachsen zu beiden Seiten aufragen.

Hoch über Lapplands Wäldern: Aufstieg zum Noitatunturi-Fjell.


Der Pyhänkasteenputous-Wasserfall stürzt rauschend über die Steine, ein einst heiliger Ort der Waldsámi, und man spürt sofort, warum. Der Weg zurück ans Tageslicht fühlt sich leicht an, getragen von dem, was wir gerade gesehen haben.


Blaubeeren pflücken, Blaubeerkuchen backen und Sauna

Der vierte Tag hat ein ganz eigenes, gemütliches Tempo. Wir schlendern durch lichte Kiefernwälder, in denen der Boden förmlich blau schimmert vor lauter Blaubeeren, und pflücken, bis unsere Finger und Lippen verräterisch dunkel gefärbt sind. Zurück in Luosto verwandeln wir die Ernte gemeinsam in einen Blaubeerkuchen, dessen Duft die ganze Hütte erfüllt, während in der hütteneigenen Sauna schon die ersten Steine warm werden. Ich liebe diese Tage am meisten: das Gespräch beim Teigrühren, das befreite Lachen beim ersten Aufguss drinnen in unserer kleinen Saunastube, das anschließende Abkühlen an der frischen Herbstluft direkt vor der Tür. Wenn am Abend der Kuchen noch warm auf dem Tisch steht und die Haut nach der Sauna kribbelt, weiß ich, dass genau das der Kern dieser Reisen ist – Genuss, Ruhe und echte finnische Lebensart.


Blaubeeren im Herbst

Hier kommen sie zusammen: Die Farben und der Geschmack des Herbstes.


Amethysten schürfen und Rentiere treffen

Am fünften Tag geht es hoch hinauf zum Lampivaara, wo wir die nachhaltige Amethystmine besuchen. Nach einer kurzen Führung graben wir selbst im Geröll – auf Knien, mit kleinen Werkzeugen, ganz konzentriert – bis die ersten violetten Kristalle im Licht aufblitzen. Jede darf ihren schönsten Fund mit nach Hause nehmen, und ich sehe in den Augen der Frauen genau dieses kindliche Strahlen, das ich so an diesem Ort liebe. Am Nachmittag besuchen wir eine Rentierfarm ganz in der Nähe. Die Tiere kommen neugierig auf uns zu, schnuppern an unseren Händen, und wir erfahren viel über das Leben mit den Rentieren im hohen Norden, bevor wir uns gemeinsam an einer wärmenden Suppe am Feuer die Hände wärmen.


Rentiere und Amethysten - mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein :-)


Die große Nationalparkrunde: Urwald, Moore

Der sechste Tag ist unser längster und für mich einer der schönsten: die große Runde um den Ukko-Luosto Fjell. Wir balancieren über schmale Holzstege durch endlose Aapamoore, deren Gräser sich golden im Wind wiegen, und tauchen ein in jahrhundertealte Urwälder, in denen das Licht nur in schmalen Streifen durch die Baumkronen fällt. Der Himmel wechselt an diesem Tag mehrmals von strahlendem Blau zu tiefem Grau und wieder zurück – Lappland zeigt uns fast alle seine Gesichter auf einmal. An einer alten Waldhütte machen wir Rast, die Gesichter der Gruppe warm angestrahlt von tief stehender Sonne, müde Beine, aber unglaublich zufriedene Herzen.


Pyhä-Luosto Nationalpark

 Auf der großen Runde durch den Pyhä-Luosto Nationalpark erleben wir die Vielfalt der arktischen Landschaft.


Ein Tag wie aus dem Bilderbuch: unser Mökki-Tag am Kitinen

Zum Abschluss unserer aktiven Tage nehme ich die Frauen mit an einen Ort, der mir besonders am Herzen liegt: unser Suviranta Naturcamp am Kitinen-Fluss. Mit dem Boot geht es hinüber, orange Schwimmwesten, aufgeregtes Lachen, während links und rechts herbstlich gefärbte Birken ins Wasser blicken. Am Camp gibt es weder Strom noch fließendes Wasser – nur ein Lagerfeuer, an dem wir gemeinsam eine cremige finnische Suppe kochen, dazu warme Karjalanpiirakka. Beim Waldbaden zwischen den Kiefern entdecken wir so viele Steinpilze, dass wir kaum vorbeikommen, ohne stehen zu bleiben und zu sammeln – ein kleiner Schatz für die abendliche Küche. Ein paar von uns drehen noch eine Runde mit dem Ruderboot über den spiegelglatten Fluss, und am Abend heizen wir die Holzsauna direkt am Wasser an. Während draußen das Feuer knistert, brate ich mit den Frauen Rentierfleisch mit Zwiebeln und frischen Wacholderzweigen in der Pfanne – ein Rezept der lappländischen Wildnisküche, das ich an diesem Abend gerne weitergebe. Der Duft von Wacholder, das Prasseln des Feuers, die Sauna am dunklen Fluss.


Einblicke in die finnische Wildnisküche & Sommerhauskultur - der Mökkitag.


Abreise

Am letzten Morgen sitzen wir noch einmal alle zusammen, die Rucksäcke voll mit Amethysten, getrockneten Blaubeeren und Steinpilzen, die Herzen voll mit Erinnerungen. Aus vier Frauen, die sich am Flughafen noch fremd waren, sind in acht Tagen echte Nordschwestern geworden. Wir haben gemeinsam geschwitzt und gelacht, uns über Wurzeln und Geröll gegenseitig die Hand gereicht, Rentierfleisch am Feuer gewendet und in klaren wie in bewölkten Nächten gemeinsam nach oben geschaut. Ob sich der Himmel für uns öffnete oder die Wolken ihr Geheimnis für sich behielten – das Nordlicht war da, über uns, die ganze Woche, ob wir es sahen oder nicht, und genau dieses Wissen gehört für mich zur Magie dieser Jahreszeit. Am Flughafen in Rovaniemi verabschieden wir uns mit Umarmungen, ein paar Tränen und dem festen Vorsatz, wiederzukommen.


"Ich durfte eine Woche mit der supersympathischen Rebecca im herbstlichen Lappland verbringen. Wir sind durch die wunderschöne Natur gewandert, haben viele unvergessliche Eindrücke vom Land und den Menschen gewonnen, sind kulinarisch verwöhnt worden und haben täglich die Sauna-Kultur genossen. Rebecca hat uns Lappland mit viel Herzblut gezeigt, man spürt die Liebe zu ihrer (Wahl)Heimat Finnland. Auch die Atmosphäre in unserer kleinen Frauengruppe war absolut harmonisch, aus Unbekannten sind Verbündete geworden. Ich kann diese Erfahrung von Herzen weiterempfehlen." Eine Teilnehmerin der NORDSCHWESTERN – RUSKA & NORDLICHT Reise 2026

Gut zu wissen


Die nächste NORDSCHWESTERN – RUSKA & NORDLICHT

... findet vom 11. bis 18. September 2027 statt, in einer extra kleinen Gruppe von maximal sieben Frauen. Alle Details zur Route, den Wanderungen und der Ausrüstung findest du auf unserer Reiseseite zur Frauen Nordlicht-Lappland-Wanderreise.





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